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heute / Nachtleben

Auf der O mit... Jennifer Rostock

Jede Woche zieht ZOOM BERLIN mit einem Promi durch die O-Straße. Diesmal mit Jennifer Weist (25), der Frontfrau der Rockband Jennifer Rostock. Unterwegs verrät sie, warum ihr in ihrer Heimat zum Weinen zumute ist.

Evelyn Rosar Autor: Evelyn Rosar
„Mich würde es schon wundern, wenn ich hier wegen meiner Tattoos dumm angeschaut werde. Hier denkt keiner, die hat Tattoos, also kommt die aus dem Knast‘“, sagt Jennifer Weist (25). In ihrem Heimatort Zinnowitz in Mecklenburg-Vorpommern ist das anders.

In der ZOOM BERLIN-Serie „Auf der O mit...“ spricht die Sängerin von Jennifer Rostock ganz offen über ihre persönlichen Erfahrungen mit Intoleranz.

Weist wohnt seit sechs Jahren in Berlin. Am 1. Mai und beim Karneval der Kulturen ist sie immer auf der O. „Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um hierher zu kommen“, sagt die Sängerin beim Plattenstöbern im Musikladen Coretex.

corner Punk und Ska drückt das Lebensgefühl der Oranienstraße aus, findste nicht auch? – Jennifer Weist play AudioCite1


Die Oranienstraße ist für sie ein Ort, an dem die unterschiedlichsten Personen miteinander auskommen und es keine Vorurteile gibt. „Hier kannst du nachmittags um zwei Uhr dein Bier trinken und keiner macht dir Vorwürfe, warum du nicht auf der Arbeit bist. Die denken viel eher ‚mein Gott, der hat vielleicht frei, scheiß doch drauf’“, meint Weist.

Mit Vorurteilen kennt sich die Sängerin aus. „Ich habe bitterlich geweint“, erzählt sie später am Abend bei einem Bier vor der Kneipe Bateau Ivre. Weist erinnert sich an einen Auftritt, den sie mit ihrer Band in ihrer alten Heimat in Mecklenburg-Vorpommern gegeben hat. Auf diesem Konzert haben die Zuschauer rohes Fleisch auf die Bühne geworfen, sie ausgebuht und beschimpft. Ihre ehemaligen Nachbarn aus Zinnowitz haben sogar gedroht: „Wenn die heute Abend noch hier weggehen, hauen wir denen auf die Fresse.“ Weist kann sich nicht genau erklären, woher diese Diskriminierung kommt. Vielleicht, weil sie anders ist.

Berlin erst hat sie zu dem gemacht, was sie sein wollte. Ihre Individualität drückt sie durch ihre Tattoos aus. Die bunte Haut ist das erste, was einem auffällt, wenn man die Musikerin sieht. Der linke Arm ist ihr „guter Eigenschaften-Arm“, wie sie ihn nennt. Eine tanzende Ballerina fällt ins Auge. Die drückt ihre Unbeschwertheit aus, die einem spätestens nach einem gemeinsamen Abend auf der O in Erinnerung bleibt.

Weist hat gelernt, mit Vorurteilen umzugehen. Auf der Oranienstraße fühlt sie sich wohl. Keine wertenden Blicke wegen ihrer auffälligen Erscheinung. Tätowierte und Nicht-Tätowierte, Türken und Deutsche leben nicht nebeneinander, sondern miteinander.

Jeder kann hier sein, wer er ist und jeder wird erst einmal akzeptiert“, sagt die Musikerin.
Bunt wie die Oranienstraße

Jennifer Weist kommt zum ersten Mai und zum Karneval der Kulturen hierherFoto: Felipe Kohlhörster


Ein Prost auf die O!

Weist stößt auf die O an. Die Kneipentour beginnt am beim SpätiFoto: Henrik Neumann




Das Tattoo für eine Nacht

Jennifer Weist verließ das Tattoostudio mit ZOOM BERLIN auf der HautFoto: Bernhard Strubel


Schlendern auf der O

Mit einem Desperados in der Hand spricht Jennifer Weist über VorurteileFoto: Henrik Neumann





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