Das Beta-Haus am Moritzplatz
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morgen / Startups

Darum investiert Ashton Kutcher in der O-Straße

Für junge Unternehmen ist die Oranienstraße in ganz Europa eine Spitzenadresse. Hier sprießen laufend neue Startups aus dem Boden. Rund um die Straße ist eine regelrechte Gründer-Szene entstanden. Deshalb ist auch Hollywood-Star Ashton Kutcher immer wieder zu Besuch.

Die Gründer von Casacanda haben es geschafft. Im Februar 2012 hat sich der Designer-Möbel-Discounter mit dem US-amerikanischen Branchen-Riesen Fab.com zusammengeschlossen.

Was sind Startups

In den vergangenen Jahren hat sich der Anglizismus „Startup“ auch in Deutschland durchgesetzt. Dies ist ein Synonym für „Unternehmensgründung“. Trotzdem verbindet man mit dem Wort immer ein innovatives und vor allem junges Unternehmen, das nicht nur Hausmeistertätigkeiten anbietet. Es geht um Kreativität und hat immer etwas mit der Vermarktung, dem Auftreten im Internet zu tun oder basiert auf einem Online-Konzept.

Jetzt heißen sie nicht mehr Casacanda, sondern Fab.de. Die Casacanda-Firmengründer Roman Kirsch (23), Sascha Weiler (24) und Christian Tiessen (25) haben dafür anteilig vier Prozent von Fab bekommen. Dies entspricht aktuell einem Wert von rund acht Millionen Euro. An dem Deal beteiligt war auch Hollywood-Star Ashton Kutcher. Er ist einer der Investoren des Mutterkonzerns Fab.com.

Das ist der Traum eines jeden Startup-Gründers: Die eigene Idee irgendwie finanziert bekommen und publik machen. Klein anfangen, groß werden und von einem Big Player, wie man in der Szene sagt, geschluckt werden. Auf der Oranienstraße wurde dieser Traum Wirklichkeit. Das ist kein Zufall. Denn die O ist europaweit das Zentrum der Startup-Bewegung.
Beta-Haus als Brutstätte
Das Beta-Haus

Das Beta-Haus am Moritzplatz gibt es seit April 2009. Firmengründer können sich hier schon für weniger als 200 Euro pro Monat einen Schreibtisch mieten. Das Prinzip ist, dass Gründer mit verschiedensten Ideen unter einem Dach zusammen arbeiten und sich bei Problemen gegenseitig unterstützen. In Fachkreisen heißen solche Arbeitsplätze Coworking-Space.

Das Beta-Haus ist ein gutes Beispiel für die perfekte Infrastruktur, die Firmengründer hier für den Aufbau ihrer Unternehmen finden. Wer es schafft, auf eigenen Beinen zu stehen und aus dem Beta-Haus auszieht, bleibt meist in der unmittelbaren Umgebung. Kaum einer verlässt Kreuzberg freiwillig.

Dass in der Oranienstraße aus großen Ideen große Konzerne werden können, hat Leinwand-Star Kutcher längst mitbekommen. Er gilt als Branchen-Insider und investiert gerne in kleine, innovative Firmen. Auch wegen der vielen reizvollen Startups hier ist er zum Berlin-Fan geworden.

Auch mit Fab hatte Kutcher einen guten Riecher. Von Berlin erobert das Unternehmen den europäischen Markt. In 18 Ländern des Kontinents sind sie mittlerweile aktiv. Dabei ist das Unternehmen noch nicht mal ein Jahr alt.
150 Mitarbeiter nach einem Jahr
Kein Wunder, dass die Geschäftsräume in der Oranienstraße bei inzwischen 158 Mitarbeitern aus allen Nähten platzen. Die Tische stehen schon auf dem Gang. Ein Umzug steht bevor. Ein Platz in der Nachbarschaft wird bevorzugt. „Wir sind immer noch ein Startup“, sagt Marketing-Mitarbeiter Lukas Weisheit (21). „Die Oranienstraße ist dafür das Epi-Zentrum Europas.“

Fab ist nicht das einzige Berliner Startup, das Hollywood-Größe Kutcher im Portfolio hat. Zwei Ecken weiter sitzt der Online-Marktplatz Gidsy. Auch hier ist Kutcher einer der vier Hauptinvestoren, die den Großteil der Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro tragen. Im Dezember vergangenen Jahres hat er sich das Dachgeschoss-Loft persönlich angesehen.

Edial Dekker (27), sein Bruder Floris (25) und Philipp Wassibauer (31) haben Gidsy aus dem Boden gestampft. Die Gründer sind vor drei Jahren aus Amsterdam nach Berlin gekommen, um ihre Firma aufzubauen. Das Ziel ihrer Internetplattform ist, Reisende aus aller Herren Länder mit Einheimischen zusammen zu bringen. Die Ideen für die Events kommen von den Usern, die Organisation übernimmt Gidsy - und bekommt dafür zehn Prozent Provision.
„Kutcher mag Abenteuer“
Es ist die moderne Form des alternativen Reiseführers Lonely Planet. Fremde Länder und Kulturen authentisch kennenlernen: Als Kutcher von der Idee hörte, war er sofort begeistert. „Er ist ein großer Reise-Fan und mag das Abenteuer. In der Startup-Szene ist er sehr gut vernetzt. Er kennt sich aus und ist ein sehr netter Typ“, erzählt Edian Dekker.

Für Dekker ist die Gegend um die Oranienstraße der perfekte Nährboden für ambitionierte Unternehmer. „Hier geht es richtig rund und trotzdem ist alles bezahlbar. Die raue Atmosphäre und die vielen Nationen, die hier aufeinander treffen, sind außerdem ein absolut inspirierendes Umfeld.“
Einmalig in Europa
Der Umzug nach Berlin sei ganz bewusst gewesen, die Szene auf der Oranienstraße ist in ganz Europa nahezu einmalig. Dekker: „In Berlin kannst du die Welt neu gestalten."

Mit aktuell elf Mitarbeitern hat Gidsy noch eine überschaubare Größe. Doch selbst wenn es in ihren Räumen irgendwann einmal eng werden sollte, steht für Dekker jetzt schon fest, dass sie in der Gegend bleiben werden. „Es gibt noch genügend Platz und es wird hier immer interessanter. Es ist ein richtiger Boom, und dessen Ende ist sicher noch nicht erreicht.“

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    Beyer & Söhne

    Nico (31, li.) und Robby (29) sind die Macher des Kosmetik-Startups Bayer & Söhne. Die Jungs aus Hamburg sind 2010 nach Berlin gekommen, um hier ein neues Creme-Imperium auf die Beine zu stellen. Als studierte Wirtschaftsinformatiker und BWLer wissen sie, wie der Hase läuft. Ihre erste Entscheidung: Raus aus dem teuren Hamburg und ab ins noch bezahlbare Berlin. Mit einem Doppelschreibtisch im Beta-Haus an der Oranienstraße haben sich die Kosmetik-Brüder laut eigener Aussage perfekt vernetzt – Foto: Beyer & Söhne

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    Beyer & Söhne

    Sohn 1 (li.) und Sohn 2 mit ihrem Vater, dem Apotheker Hartmut Beyer (70). Papi hat die Hautcreme erfunden, seine Jungs vermarkten sie jetzt. Noch im kleinen Stil. Doch die Startup-Gründer kümmern sich längst nicht mehr nur um den Verkauf. Schnell haben sie sich in die Mixturen und Rezepte ihres Vater hineingefuchst und entwickeln mittlerweile selbst neue Rezepturen. Das aber dann nicht an ihren Schreibtischen im Beta-Haus, sondern im Labor – Foto: Beyer & Söhne

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    Beyer & Söhne

    Apotheker Hartmut Beyer (70) hat mit 50 Jahren angefangen, sich Gedanken zu machen, wie er seine alternde Haut pflegen könnte. Die Produkte auf dem Markt sagten dem Chemiker nicht zu. Also fing er an, selbst zu experimentieren. Erste Versuche bescherten ihm eine gelbe Haut – Foto: Beyer & Söhne

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    Beyer & Söhne

    Da wollen sie hin: hoch hinaus! Noch ist ihre Kundenliste mit ein paar hundert Namen überschaubar. Der Finanzplan für 2012 steht. Aber ganz ohne Ersparnisse kommen sie nicht aus. Doch ihr Klientel ist kaufstark: Größtenteils sind das bayerische Frauen mittleren Alters – Foto: Beyer & Söhne



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    Gidsy

    Die drei Gründer von Gidsy sind so jung wie ihr Startup selbst: die Brüder Edial (27, li.) und Floris Dekker (25) und Philipp Wassibauer (31, re.) – Foto: Moritz Leihkamm

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    Gidsy

    Die drei Gründer von Gidsy schießen so scharf mit ihren Ideen, dass selbst Ashton Kutscher (34) in sie investiert. Philipp Waisbauer (31, re.), Floris Dekker (25) und Edial Dekker (27, li.) – Foto: Moritz Leihkamm

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    Gidsy

    Das Arbeitsumfeld ist sehr entspannt. Die Chefs sitzen nicht in separaten Büros, sondern direkt bei ihren Mitarbeitern. Chefsein liegt den jungen Gründern nicht so recht... – Foto: Moritz Leihkamm

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    Gidsy

    ...und deshalb sind sie für jeden Spaß zu haben. Wie zum Beispiel für einen Schusswechsel mit Schaumstoff-Kugeln während der Arbeitszeit – Foto: Moritz Leihkamm

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    Gidsy

    Holland gegen Österreich. Die Brüder Dekker stammen aus den Niederlanden, Philipp Waisbauer (re.) kommt aus Österreich – Foto: Moritz Leihkamm

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    Gidsy

    Innovation buchstabiert man... – Foto: Moritz Leihkamm



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    Fab

    Roman Kirsch (23) ist der eigentliche Gründer von Casacanda. Er startete das Unternehmen mit seinen Co-Gründern im Juli 2011. Eine einfache Idee... – Foto: Fab.de

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    Fab

    ...die mit Hilfe von Co-Gründer Christian Thiessen (25) zu einem Millionen-Erfolg wurde. Die Kreuzberger Up-Starter, deren Geschäftsräume an der Oranienstraße schon wieder aus allen Nähten platzen, sind ein Paradebeispiel ihrer Branche... – Foto: Fab.de

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    Fab

    ...und haben in nur neun Monaten einen 10-Millionen-Dollar-Deal eingefädelt. Da hat auch Co-Gründer Sascha Weiler (24) gut lachen. Heute ist der Startup-Unternehmer Chef von mehr als 150 Mitarbeitern – Foto: Fab.de





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